Wenn Zimmerleute auf die Walz gehen, legen sie sich ihre traditionelle Kluft an. Sie ziehen sich die Manchesterweste und das -jacket über und setzen ihren schwarzen Schlapphut auf. Dann nehmen sie den Stenz, der ein zumeist knotig verdrehter Stock oder Wanderstab ist, und ein Bündel in die Hand und gehen auf Wanderschaft. Sie sind heutzutage seltene Überbleibsel einer mittelalterlichen Tradition und fallen auf, wenn sie unterwegs sind. Zimmerleute dieser Art sind wandernde Gesellinnen und Gesellen und gehören, für ein traditionelles Handwerk wie dieses modern ausgedrückt, der Berufsorganisation des deutschen Zimmerer- und Holzbaugewerbes ‚Holzbau Deutschland – Bund Deutscher Zimmermeister im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes’ an. Ihr Zunftzeichen ist ein symbolisiertes Haus und ihr Schutzpatron der Heilige Josef von Nazaret.

Alles dreht sich ums Holz

Wer heute vom Beruf des Zimmerers spricht, nennt die Zimmerin mit, denn auch Frauen gehören mittlerweile in diesen ehemals reinen Männerberuf. Im Wesentlichen dreht sich bei dieser Tätigkeit alles ums Holz, dies jedoch eingebettet ins Baugewerbe. Zimmerleute bauen Dachkonstruktionen, Balkone oder Fachwerk. Sie kümmern sich um den Innenausbau, was in diesem Fall Holzböden, -decken oder -treppen sein können. Das heutige Handwerk erwartet von ihnen, Holzbauten wie Carports oder Holzhäuser erstellen zu können.

In der Werkstatt und auf dem Bau

Die Zimmerer und Zimmerinnen müssen sich mit Holz sehr gut auskennen. Außerdem sollten sie in der Lage sein, sich nach Bauzeichnungen zu orientieren und wissen in Bauerrichtung und Bauplanung fachlich Bescheid. Sie arbeiten heute in der Werkstatt, um Bauelemente vorzufertigen und Baumaterialien im Lager zu halten. Zudem sind sie auf der Baustelle, um den Innenausbau oder die Außenmontage durchzuführen. Die wesentlichen Tätigkeiten sind das Fertigen, Errichten und Reparieren von Bauwerksteilen. Arbeitsorte der Zimmerleute sind Zimmereien, Holzbaubetriebe sowie Unternehmen im Hoch- und Tiefbau. Das Berufsbild entspricht einem sogenannten Monoberuf, das heißt, dass dieser ohne Spezialisierung nach Fachrichtungen oder Schwerpunkten ausgeübt wird. Die Ausbildung ist dreijährig und dual, das heißt, dass sie im Handwerksbetrieb und der Berufsschule stattfindet.