Der Notenschlüssel links, die Note rechts und in der Mitte eine schwingende Stimmgabel: Das Zunftzeichen des Bundesinnungsverbands für das Musikinstrumenten-Handwerk in Düsseldorf steht ganz in der Tradition des deutschen Handwerks, wie es sich aus dem Mittelalter heraus versteht. Dies verwundert nicht, denn der Instrumentenbau gehört zu den traditionellen und künstlerisch ausgerichteten Handwerken. Er weist heute acht Berufe auf. Neben den Geigenbauerinnen und -bauern, Zupfinstrumentenmachern und -macherinnen gibt es die Metallblasinstrumentenmacher und -macherinnen, die Orgel- und Harmoniumbauerinnen und -bauer. Auch gehören Klavier- und Cembalobauer und -bauerinnen, Holzblasinstrumenten-, Bogen- und Handzuginstrumentenmacherinnen und -macher zur Innung.

International und national zugleich

Die Innung hat dreizehn Innungsverbände und etwa 400 Mitgliedsbetriebe. Im Sinn heutiger internationaler Ausrichtung von Musik, Wirtschaft und Politik versteht sich, dass sie das deutsche Instrumenten-Handwerk national und international vertritt. Auch nimmt sie internationale und hiesige Entwicklungen in der Musikbranche und im Instrumentenbau auf und gibt sie an die Mitglieder weiter. Die Arbeit ist vernetzt und mehrschichtig. Sie befasst sich beispielsweise damit, dass die UNESCO Orgelmusik und Orgelbau zum Weltkulturerbe erklärt oder das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie den Deutschen Musikinstrumentenpreis erneut ausgeschrieben beziehungsweise vergeben hat. Auch berichtet der Bundesinnungsverband beispielsweise über eine von ihm verfasste und beschlossene neue Richtlinie, welche die ‚Generalüberholung von Klavieren, Flügeln und historischen Tasteninstrumenten’ betrifft.

Manufakturen und Werkstätten

Die deutschen Instrumentenbauer und -bauerinnen sind gegenwärtig dem Preisdruck und der internationalen Konkurrenz von Massenware ausgesetzt. Sie besinnen sich jedoch weiterhin auf die Qualität ihrer Arbeit und Produkte. Auch verweisen sie auf ihre Manufakturen, ohne dabei zu übersehen, dass ein Teil der Arbeit immer noch in den Werkstätten dieses Handwerks erbracht wird. Zwar wanderte Heinrich Engelhard Steinweg in die USA aus, nannte sich um und wurde dort zu einem der berühmtesten Klavierbauer der Welt, Henry E. Steinway. Doch sind deutsche Musikinstrumente nach wie vor eine internationale Empfehlung wert. Es heißt nicht umsonst, dass die hiesigen Fagotte und Klaviermechaniken neben den Klavieren zu den besten der Welt gehören.